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2016 – ein besonderes Jahr

2016 war irgendwie ein eigenartiges Jahr, finden Sie das auch?
Es hat sich vieles ziemlich schnell verändert, ob es nun die fest geglaubte Stabilität der EU ist, die durch den Brexit und Tendenzen in anderen europäischen Staaten ins Wanken geraten ist, das große Vertrauen in den Partner USA, das durch die Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten einen herben Dämpfer bekommen hat, die unerträgliche „Salonfähigkeit“ von aufkommendem Rechtspopulismus in weiten Teilen Europas oder das Sterben unglaublich vieler Prominenter, die uns fast schon ein Leben lang begleitet haben – in 2016 war alles ein bisschen mehr als sonst.

Und sicher hat jeder von uns auch noch seine ganz persönlichen Erlebnisse in 2016 gehabt, die zu Leid und Nachdenken Anlass gegeben haben. Aber wenn man an einem Jahresende Bilanz zieht, dann sollte man trotz aller Dinge, die nicht so gut waren, die schönen Dinge nicht aus den Augen verlieren.

Ich hatte z. B. den schönsten Sommer seit vielen Jahren. Viele besondere Momente mit meiner Familie und Freunden sowie eine tolle Jugendfreizeit der evangelischen Kirche, die ich als Betreuer begleitet habe, bleiben mir im Gedächtnis. Auch aus meiner Arbeit heraus gibt es viele Dinge, die mir Freude und ein gutes Gefühl bereiten, ob es nun die bereits umgesetzten Vorhaben in unserer Gemeinde wie z. B. die ersten Hochwasserschutzmaßnahmen und die Modernisierung unserer Feuerwehrfahrzeugflotte oder die gerade in der Umsetzung befindlichen wie der Verwaltungsneubau am Amtshof 4, das Neubaugebiet in Südwinsen, die neue Dreifeldhalle am Gildesweg uvm. sind.

Alles nur möglich durch ein motiviertes Team hier im Rathaus und in der Politik. Jeder bringt sich ein und trägt zum Erfolg bei. Das Winsen derzeit ein Erfolgsmodell ist beweisen viele Fakten, die wir uns immer mal wieder ins Gedächtnis rufen müssen.

Seit 2012 haben wir jeden Haushalt mit einem Überschuss abgeschlossen und das werden wir auch 2016 wieder hinbekommen. Unsere Gewerbesteuereinnahmen sind auf einem absoluten Höchststand. Wir haben ein Kindertagesstätten- und Schulangebot, das weithin seinesgleichen sucht. Die Bevölkerung wächst auch weiterhin, die Infrastruktur ist sichtbar verbessert worden und an vielen Stellen wurde der Sanierungsstau in gemeindlichen Einrichtungen abgearbeitet.

Langfristige Konzepte für den Ausbau unserer Straßen sowie für die Modernisierung unserer Straßenbeleuchtung liegen vor und sind zum Teil schon in der Umsetzungsphase. Dies sind nur einige wenige Beispiele, die uns als Zeichen dafür dienen sollten, dass es uns in Winsen gar nicht so schlecht geht, wie wir uns das im Angesicht der weltlichen Lage manchmal weismachen wollen.

Das würde sicher allen Bürgerinnen und Bürgern leichter fallen, wenn wir Politiker uns da als Vorbild erwiesen und die Zustände in unserer Gemeinde nicht ohne Grund schlechtreden würden. So oft höre ich von anderen Bürgermeistern den Satz: „Eure Probleme hätten wir gerne, dann hätten wir keinen Grund für Streitigkeiten.“, und das kann ich mir beim Blick über den Tellerrand im Angesicht von Britenabzug, Bevölkerungsrückgang und Überalterung sowie vielem mehr, was unsere Nachbargemeinden so bewegt, auch gut vorstellen.

Also, liebe Ratskolleginnen und -kollegen, wäre das nicht ein guter Vorsatz für 2017, dass wir uns alle als Einheit für unsere Bürgerinnen und Bürger verstehen und die Potenziale, die diese tolle Gemeinde bietet, gemeinsam umsetzen? Jeder von uns, mal ausgenommen die zwölf neuen Mitglieder im Rat, wird einen Grund finden, um auf die andere Seite sauer zu sein. Bringt uns das aber weiter oder hindert das nicht doch eher unsere Gemeinde in der Umsetzung all der guten Möglichkeiten, die sie derzeit hat? Schon das Denken in Seiten, Fronten, die Anderen oder was auch immer sollte endlich einmal aufhören.

Der Rat der Gemeinde Winsen (Aller) darf nur eins sein – eine gemeinsame Vertretung, die willens ist, im Sinne der Bürgerinnen und Bürger Kompromisse einzugehen, um das Bestmögliche für diese Gemeine rauszuholen. Sollte uns das gelingen, dann waren die aufgezählten Erfolge erst der Anfang.

Allen Bürgerinnen und Bürgern aus Winsen, Walle, Wolthausen, Stedden, Südwinsen, Bannetze, Thören und Meißendorf wünsche ich, dass sie in der Rückschau auf 2016 viele positive Momente und Begebenheiten erkennen können, die dieses Jahr positiv darstellen und für 2017 die Gabe, den schönen Dingen mehr Raum und Bedeutung zu geben, damit sie das Negative an den Rand drängen.

Dirk Oelmann
Bürgermeister