Archivierte Berichte

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60 Jahre Siedlergemeinschaft Winsen (Aller)

Das Gesicht von Winsen wurde in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts stark geprägt durch den Siedlungsbau, welcher die Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg lindern sollte.

Noch heute sprechen viele ältere Bürgerinnen und Bürger von der organisierten Hilfe, mit der der Siedlerbund den Traum vom kleinen Häuschen mit Stall und Gemüsegarten zur Selbstversorgung wahr werden ließ. Lange ist es her, doch die damals entstandenen Viertel z. B. in der Potsdamer Straße oder der Kantstraße sind noch heute Zeugnisse von damals.

Doch wer glaubt, dass mit dem Ende des großen Baubooms der damaligen Zeit auch das Ende des Siedlerbundes gekommen war, der irrt. Der Verein, der auch heute noch zu den mitgliederstärksten in unserer Gemeinde gehört und in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert, hat sich über die Jahre dem Zeitgeist angepasst und sich vom Partner des Häuslebauers zum wichtigen Begleiter in den Bereichen Finanzierung, Planung, Energie, Barrierefreiheit uvm. des Hausbesitzers gewandelt.

Mit der Namensänderung von Siedlerbund zu Siedlergemeinschaft ging auch eine Neuordnung des Aufgabenbereiches einher und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch junge Menschen heute überzeugte Mitglieder im Verein sind.

Mehr als die Hälfte der Vereinsgeschichte lenkte Reiner Runge als 1. Vorsitzender der Siedlergemeinschaft die Geschicke des Vereins herausragend und erfolgreich, bevor er 2012 die Führung an Harald Rüpke abgab. Mit seinen vielen Treffen, Feiern und Fahrten erfüllt die Siedlergemeinschaft Winsen (Aller) in vielerlei Hinsicht auch eine soziale Aufgabe in unserer Gemeinde, gerade auch für die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Herausragend war natürlich die Jubiläumsfeier am letzten Samstag, als sich ca. 100 Mitglieder des Vereins im Gasthaus „Allerblick“ einfanden, um einen tollen Abend miteinander zu verbringen. Eingeladen waren natürlich auch die Vorsitzenden der befreundeten Siedlergemeinschaften aus Hambühren und Wietze, mit denen seit Jahren eine intensive Zusammenarbeit wie z. B. beim Energie-Stammtisch erfolgt. Die Siedlergemeinschaft beweist mit Weitblick, dass sie gut aufgestellt in die Zukunft geht. All denen, die in den letzten 60 Jahren Verantwortung in der Siedlergemeinschaft Winsen (Aller) übernommen und somit auch ein Stück weit das Gesicht unserer Gemeinde mit geprägt haben, sei an dieser Stelle ein herzlicher Dank gesagt.

In eine gute Zukunft wollen auch viele Mitglieder der ehemaligen Fanfarenzüge aus Winsen, Südwinsen und der Freiwilligen Feuerwehr Winsen gehen. Entgegen aller Vorbehalte, die teils ernst und teils auch nur im Spaß bestehen, haben sich Winser und Südwinser an einen Tisch gesetzt und nach einer gemeinsamen Lösung gesucht, wie aus den ehemals drei Fanfarenzügen wenigstens wieder ein vernünftiger und spielfähiger Zug entstehen kann.

Dem Aufruf von Matthias Sidortschuk folgend trafen sich über 20 Ehemalige der drei Züge im Schießstand Südwinsen, um sich kennenzulernen und die eventuelle Möglichkeit eines Zusammenspiels zu erörtern.

Fazit des ersten Abends ist, dass bereits über Gespräche hinaus auch das erste Lied gemeinsam gespielt wurde. Aus meiner Sicht ein logischer und trotzdem nicht einfacher Schritt, wenn man sich über viele Jahre als Konkurrenz gesehen hat. Umso mehr haben die Mitspieler des neuen Zuges meines vollen Respekt, dass sie unter die alten Geschichten einen Schlussstrich gezogen und erkannt haben, dass ein gemischter und gut besetzter Fanfarenzug besser ist als drei, die aufgrund Mitgliedermangels keine Spielfähigkeit mehr sicherstellen können.

Ein gutes Beispiel auch für andere Vereine, die mit Mitgliederrückgang zu kämpfen haben und einen Weg suchen, den Fortbestand, zumindest von Teilen des Vereins, zu sichern.

Dirk Oelmann
Bürgermeister