Archivierte Berichte

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Die Freiwillige Feuerwehr – Mythos und Wahrheit

"Die Feuerwehr ist ein Verein, der sich sein teures Hobby vom Steuerzahler finanzieren lässt!", und "Die Feuerwehr will immer die teuersten und besten Geräte, obwohl sie diese gar nicht braucht!", oder auch "Die paar Arbeitsstunden für die Einsätze sind doch mit links erledigt!".

Diese drei "Wahrheiten" über die Feuerwehr begegnen mir in Gesprächen mit Bürgern immer mal wieder. Mit unwissenden Bürgern, wie ich an dieser Stelle gleich anmerken möchte. Doch leider gibt es davon in Bezug auf die Feuerwehr eine ganze Menge.

Was ist nun dran an den drei anfangs erwähnten Behauptungen? Zunächst ist die Feuerwehr keine Ansammlung von Hobbyisten, die ihren persönlichen Interessen nachgeht.

Die Brandbekämpfung und auch technische Hilfeleistung (z. B. bei Verkehrsunfällen) sind Aufgaben, die der Gemeinde obliegen und die sie auf eigene Kosten zu erledigen hat. Im Klartext heißt das, dass sie sich eine Pflichtfeuerwehr leisten muss, die an sieben Tagen in der Woche im Drei-Schicht-Betrieb in Einsatzstärke verfügbar ist. Klingt teuer und ist es auch.

Oder man kann wie derzeit auch in unserer Gemeinde auf eine Gruppe von ehrenamtlichen Frauen und Männern zurückgreifen, die bereit ist, für diese Aufgabe viel Freizeit zu opfern, sich Lehrgängen und Prüfungen zu unterziehen und im Einsatzfall Situationen auf sich zu nehmen, die lebensgefährlich sein können und die damit jedes Jahr mehrere Hunderttausend Euro einspart, die sonst aus Steuermitteln finanziert werden müssten.

In Winsen und den anderen Ortsteilen werden jedes Jahr mehr als 20.000 Arbeitsstunden durch diese Freiwilligen unentgeltlich geleistet und es ist aus meiner Sicht unsere oberste Pflicht, diese Menschen mit den nötigen Fahrzeugen und Gerätschaften auszustatten, die ihnen höchstmögliche Sicherheit bieten.

Mittlerweile hat unsere Gemeinde einen Stand erreicht, der diese Aussage verdient. In den letzten 18 Jahren wurden nach und nach alle Fahrzeuge erneuert - nach einer durchschnittlichen Lebensdauer von über 20 Jahren!

Was leisten unsere Feuerwehrleute außerdem noch? In allen Ortsteilen ist die Freiwillige Feuerwehr neben ihrer eigentlichen Aufgabe ein wichtiger Bestandteil der Ortsgemeinschaft, der mit der Ausrichtung von Festen wie z. B. dem Osterfeuer. Laternenumzügen oder Maibaumaufstellen zur Lebensqualität und dem Miteinander in den Ortsteilen beiträgt.

Was ist nun das Anliegen dieses Artikels? Zum einen ist mir der Respekt vor unserer Freiwilligen Feuerwehr wichtig. Diese Menschen verdienen für ihr Engagement unsere größte Hochachtung und Dankbarkeit.

Darüber hinaus möchte ich aber auch um Ihre passive, oder besser noch aktive Mitgliedschaft in einer unserer sechs Freiwilligen Feuerwehren werben. Noch sind wir in der Lage, die Einsatzstärke zu gewährleisten. Doch die Altersstruktur zeigt uns auch, dass wir die Ausbildung von neuen Kräften weiter und vor allem noch verstärkter fortführen müssen, um auch weiterhin einsatzbereit zu sein.

Mittlerweile haben wir Ortsteile, wo auf einhundert Einwohner ein Mitglied der aktiven Einsatzgruppe (das sind die Kameradinnen und Kameraden, die im Ernstfall ausrücken) kommt. Ein Missverhältnis, das zumindest zum Nachdenken anregen sollte. Erwarten doch schließlich auch die anderen 99 Bürgerinnen und Bürger, dass ihnen im Bedarfsfall eine gut ausgebildete Feuerwehr mit der effektivsten Ausstattung binnen kürzester Zeit zur Verfügung steht, um Leib und Leben zu retten und den größtmöglichen Schaden abzuwenden.

Ob Kinder oder Erwachsene, für alle zwischen 10 und 63 ist die Freiwillige Feuerwehr der Ort, in dem man Verantwortung, Gemeinsinn, Kameradschaft und Spaß leben und erleben kann. Denken Sie doch einmal darüber nach, ob nicht auch Sie die Verstärkung sein können, die die Freiwillige Feuerwehr in Ihrem Ortsteil so dringend benötigt.

Dirk Oelmann
Bürgermeister