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Was soll aus der Hauptschule werden?

Seit Bekanntwerden der Aufgabe des Hauptschulgeländes durch den Landkreis Celle zum Schuljahresende im Sommer 2017 blühen auch die Spekulationen, was dort auf dem Areal passieren wird. Es gibt verständlicherweise viele Begehrlichkeiten von unterschiedlichsten Seiten. Ob Vereine, Volkshochschule oder private Initiativen, alle haben eine nachvollziehbare Verwendung. Da verwundert es auch nicht, dass Politiker dieses Thema für sich entdecken und mit Aussagen, die leider ohne jedes fachliche oder sachliche Hintergrundwissen getroffen werden, die Bürgerinnen und Bürger verunsichern.

Wie kann es sein, dass man ohne Kenntnis vom Zustand des Gebäudes, der Kosten für den Erwerb des Gebäudes, der Unterhaltungs- und gesetzlich vorgeschriebenen Umbaukosten für die komplette Barrierefreiheit die Forderung stellt, dieses Gebäude sei auf jeden Fall zu erhalten? Hier hätte ich mir mehr Ernsthaftigkeit und Sorgfalt gewünscht, denn die Verwaltung hat sich einen groben Überblick über diese Kosten verschafft und weiß, dass wir hier von mehreren Millionen Euro sprechen, wenn das Gebäude in der von Teilen der örtlichen Politik geforderten Form genutzt werden würde.

Dieses Volumen im Haushalt würde nach den letzten Gesprächen mit der Finanzaufsicht niemals genehmigt werden, handelt es sich doch dabei um den Bereich der „Freiwilligen Leistungen“ (Ausgaben, zu denen wir gesetzlich nicht verpflichtet sind wie z. B. Förderung von Vereinen und Kultur, Unterhaltung von Grünflachen usw.), der in Winsen sowieso schon um einiges höher ist als in vielen anderen Gemeinden.

Dass der Landkreis Celle für das Objekt Hauptschule den höchstmöglichen Preis erzielen will und muss liegt schon allein darin begründet, dass er mit den Verkaufseinnahmen seinen Anteil an der neuen Sporthalle am Gildesweg finanzieren will. Mit einer symbolischen Ein-Euro-Lösung oder einem zumindest sehr niedrig angesetzten Preis ist daher nicht zu rechnen.

Die Ausgangslage ist also eher schwierig. Erhaltenswert ist aus meiner Sicht aber auf jeden Fall der Altbau der Hauptschule, der sogenannte Haesler-Bau. Hier ergibt sich nach meiner Überzeugung schon eine historische Pflicht, auch wenn dieses Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht und somit jederzeit von möglichen Investoren abgerissen werden könnte.

Bereits im letzten Jahr habe ich den Landkreis Celle als Verkäufer der Immobilie daher gebeten, einen Kontakt mit möglichen Investoren und der Gemeindeverwaltung herzustellen, um diese über die Wichtigkeit des Haesler-Baus für unseren Ort zu unterrichten und bei allen eventuellen Planungen im Auge zu behalten, dass dieses Gebäude erhalten bleiben soll und nicht abgerissen werden darf.

Diese Entscheidung obliegt natürlich nicht dem Bürgermeister allein sondern bedarf eines Ratsbeschlusses, aber es obliegt dem Bürgermeister rechtzeitig dafür zu sorgen, dass solche Entscheidungen überhaupt getroffen werden können. Hier sind wir nun aufgrund der Vorgespräche auf einem guten Weg und ich bin davon überzeugt, dass weite Teile der Winser Politik sich diesem Weg anschließen werden, da so der wichtigste Teil der Hauptschule erhalten bleiben und im Interesse der Bürgerinnen und Bürger genutzt werden kann.

Dirk Oelmann
Bürgermeister