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Winser Backtag

Eine der beliebtesten Winser Attraktionen ist immer wieder der Backtag auf dem Museumshof, im Mai und im August. Letztes Wochenende war es wieder soweit und nachdem man mir schon oft angeboten hat beim Backen einmal mit "anzupacken", hat es dieses Mal geklappt.

Und das Team aus rund 15 Männern und Frauen hat mich wirklich beeindruckt. Jeder Handgriff sitzt und erfolgt nach einem ausgeklügelten System und penibel aufgestellten Zeitplan. Alle Teammitglieder haben ihren festen Platz und schaffen es so, dass niemand dem Anderen auf dem mehr als knapp bemessenen Raum im Wege steht.

Und wirklich alles wird so gemacht, wie unsere Vorfahren es bereits vor Hunderten von Jahren praktiziert haben. Ob die Befeuerung des Backofens, die mit den historischen Gerätschaften erfolgt oder das Abwiegen des Teiges mit der alten Gegengewichtswaage. Die einzige zugelassene Errungenschaft der Neuzeit ist das digitale Thermometer, mit dem man aus sicherer Entfernung die Ofentemperatur ermitteln kann, was bei 500 bis 600 Grad Celsius auch absolut Sinn macht.

Die Arbeit im Backhaus, die teilweise ein echter Knochenjob ist, ist bei der Hitze, die der Ofen nach außen abgibt, sehr schweißtreibend, doch alle behalten ihre gute Laune und so gestalten sich die einzelnen Arbeitsschritte von der Teigherstellung bis hin zum Verkauf der Ware, die man wohl nirgendwo frischer bekommen kann, wie der Ablauf eines feinabgestimmten Uhrwerks.

Dazu tragen in besonderer Weise auch die Frauen bei, die die Bleche nach jeder Backrunde säubern und einfetten und dann die ausgerollten Teige mit unzähligen kleinen Butterflocken belegen. Das Endprodukt dieser bis zum Schluss gut gelaunten Truppe kann sich dann auch sehen lassen. Das Ergebnis eines solchen Arbeitstages, der von 6.00 Uhr bis 17.00 Uhr dauert, sind 75 Bleche Butterkuchen, 80 Luffen und 200 dunkle Brote.

Für mich eine überaus beachtenswerte Leistung. Natürlich läuft der Winser Backtag nicht allein über das Backteam, denn auch sonst sind eine Menge fleißiger Menschen an so einem Tag beim Brote schmieren, im Verkauf, beim Auf- und Abbau, im Flößerteam usw. anzutreffen. Deren Leistung macht so einen Tag erst möglich, aber das Backteam schafft die Grundlage, die dem Tag seinen Namen gibt.

Ich werde gern wieder mithelfen und natürlich sind immer wieder auch Helfer willkommen, die mitarbeiten wollen, um diese schöne Tradition auch weiterhin zu ermöglichen.

Dirk Oelmann
Bürgermeister