Corona-Splitter

Ein Vierteljahr Corona mit all seinen Auswirkungen liegt hinter uns. Vieles schränkt uns ein, manches erleben wir bewusster, Sichtweisen und Stellenwerte verändern sich und einiges verunsichert uns auch noch. Stück für Stück erreichen wir wieder Normalität und manche Veränderung wird auch langsam zur Normalität, denken wir z. B. nur an die Maskenpflicht beim Einkaufen oder die Desinfektion der Hände. Langsam tasten wir uns vor und gehen z. B. wieder ins Schwimmbad oder zum Sport, die sozialen Kontakte beleben sich wieder und wir laden im überschaubaren Kreis Freunde zu uns ein.

Mir imponiert nach wie vor, mit welcher Unaufgeregtheit unsere Bürgerinnen und Bürger das letzte Vierteljahr gemeistert haben und auch jetzt noch mit viel Überlegung und Ruhe dabei sind, den Alltag im Hinblick auf Corona zu gestalten. Es gab sicherlich auch mal irgendwo ein unschönes Erlebnis, aber alles in allem war es in Winsen sehr diszipliniert und ein überaus gutes Miteinander.

Wesentlich mehr als unschöne Erlebnisse sind mir aber die im Gedächtnis geblieben, die mich echt für einen Moment positiv sprachlos gemacht haben. Neben den vielen Hilfsangeboten und –aktionen, die sich in unserer Gemeinde spontan durch viele engagierte Bürger und Institutionen aufgetan hatten und die die neue Situation gerade für alte, kranke und sozial schwächere Personen erträglicher gemacht haben, waren es aber auch persönliche Kontakte, die ich hatte.

So kam z. B. Thomas Hambrok zu mir mit dem Angebot, der Gemeinde 200 FFP2-Masken zu spenden, um z. B. die Freiwillige Feuerwehr damit auszurüsten. Nirgends waren diese Masken zu bekommen (oder nur zu völlig überzogenen Preisen) und plötzlich hatten wir welche. Oder der spontane Besuch von Uwe Carstensen von der Firma ec-works, der für uns 50 Masken mit Gemeinde Winsen (Aller)-Aufdruck anfertigen ließ, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung im Rathaus sofort als solche zu erkennen sind. Eine tolle Idee, über die wir uns sehr gefreut haben.

Auch die Gespräche mit den Beschäftigten in den Seniorenheimen, die aus meiner Sicht einer ganz besonderen Situation ausgesetzt waren, da sie sowohl den ihnen anvertrauten alten Menschen als auch deren Angehörigen die Beschränkungen bei Besuchen usw. erklären und auf deren Einhaltung drängen mussten, bleiben mir im Gedächtnis. Was gerade in dieser Berufsgruppe geleistet wurde, haben wir vielfach gar nicht mitbekommen, weil fast alles (zum Schutz der alten Menschen) hinter verschlossenen Türen passieren musste. Darum auch an dieser Stelle noch einmal mein besonderer Dank, den ich den Beschäftigten bei meinen Besuchen (natürlich in den Gärten der Seniorenheime) auch schon persönlich ausgesprochen habe. Es gäbe noch viele Dinge, die man als besonders ansprechen und nennen könnte, weil sie uns im letzten Vierteljahr die Zeit leichter und auch ein Stück weit menschlicher gemacht haben.

Mir ist einmal mehr bewusst geworden, dass wir in unserer Gemeinde sehr spontan, ohne viel Gerede und sehr aufmerksam füreinander einstehen. Dafür bin ich all denen, die sich mit kleinen wie auch großen Gesten sowie Taten in dieses Miteinander eingebracht haben, überaus dankbar. Dass wir auch in der nächsten Zeit noch weiter durch Corona beeinträchtigt sein werden, ist uns allen bewusst.

Lassen Sie uns also bitte auch weiterhin füreinander einstehen, die wiedergewonnenen Freiheiten mit der nötigen Vorsicht angehen und vor allem dafür sorgen, dass wir darauf schauen, dass nicht nur wir selbst, sondern auch die, die wir durch verantwortungsvolles Handeln schützen können, gesund bleiben. Dass wir dazu in der Lage sind, das haben wir in den letzten Monaten gezeigt. Danke dafür und bleiben Sie gesund und munter.                 

Ihr Dirk Oelmann