Post von BürgerInnen (Poller und Radfahrer)

Auch in dieser Ausgabe möchte ich Sie wieder an einer Mail teilhaben lassen, die mich vor einigen Tagen erreicht hat. Auch hier habe ich mir vorher das Einverständnis der Absenderin eingeholt. Diesmal ist es Kritik am Ortsbild und einigen unschönen Erlebnissen mit Radfahrern. Alles in allem konnte ich sicher die eine oder andere Kritik entschärfen, doch es fällt einmal mehr auf, dass zusätzlicher Erklärungsbedarf von Seiten der Gemeinde nicht schaden kann, um die BürgerInnen mitzunehmen.

Auch in dieser Ausgabe möchte ich Sie wieder an einer Mail teilhaben lassen, die mich vor einigen Tagen erreicht hat. Auch hier habe ich mir vorher das Einverständnis der Absenderin eingeholt. Diesmal ist es Kritik am Ortsbild und einigen unschönen Erlebnissen mit Radfahrern. Alles in allem konnte ich sicher die eine oder andere Kritik entschärfen, doch es fällt einmal mehr auf, dass zusätzlicher Erklärungsbedarf von Seiten der Gemeinde nicht schaden kann, um die BürgerInnen mitzunehmen.

Es fällt allerdings auch auf, dass das Thema „Radfahren auf dem Gehweg“ und die gesetzliche Grundlage dafür ebenfalls noch einmal angesprochen werden muss. Hier ist klar geregelt, dass Kinder bis 10 Jahre (in Ausnahmefällen auch bis zu 12 Jahre) mit ihrem Fahrrad auf dem Gehweg fahren dürfen. Sonst niemand! Wie in allen Bereichen des Lebens ist es auch in diesem Fall so, dass sich mit einer entsprechenden Rücksichtnahme (hier durch die Radfahrer) ein gütliches Miteinander erzielen lässt. Gerade an der Poststraße klappt das seit vielen Jahren gut. Dort beschwert sich auch niemand über Radfahrer auf dem Gehweg, solange diese bereit sind, sich mit einer angemessenen und rücksichtsvollen Fahrweise auf den schwächeren Verkehrsteilnehmer (Fußgänger) einzustellen. Es wäre daher wünschenswert, wenn man auch an anderen Stellen im Ort so verfahren könnte, falls man als Radfahrer über 12 Jahre aus irgendeinem Grund die Notwendigkeit sieht, auf dem Gehweg zu fahren.

Dirk Oelmann

Guten Tag, Herr Oelmann,

unter dem Motto " Unser Dorf soll schöner werden " wende ich mich im Namen vieler an Sie. Viele Straßen sind in der Fertigstellung oder schon beendet.

Nicht nur zur Freude aller Bewohner. Sie haben die Schützenstr. mit netten Worten eröffnet, aber in der Bilanz mehr als unbefriedigend. Es gibt keine Parkbuchten mehr - warum? - die Fußwege sind eng und schmal, aber sie entwickeln sich zur Rennstrecke für Fahrradfahrer, vor allem E-Bikes. Sie wissen selber besser, das die Straßenverkehrsordnung Bußgelder für Zuwiderhandelnde vorsieht, eben das Fahrradfahren auf Fußwegen NICHT erlaubt ist. Bei Kontrollen würden viele Euros das Staatssäckel füllen. Denn sie sind wie Autofahrer, Motorradfahrer usw. Straßenverkehrsteilnehmer, die sich nach diesen Richtlinien verhalten müssen.

Ich habe nun mit einem humorvollen Beitrag dieses Problem wiederholt geschildert, ich glaube, da nützt auch kein " Dulden " mehr, die "Radfahrer Rüpel " vermehren sich.......

„Unser Dorf soll schöner werden“,
ist jeden Bürgersmeisters Wunsch auf Erden.
So auch BM Oelmann, Dirk,
will schöner machen seinen Bezirk.

Eben auch im schönen Orte Winsen,
allerdings ging manches in die Binsen.
Gebaut wurde dort recht fleißig,
Gebäude, Sporthallen, Straßen, wohl so um die dreißig.

Im Januar wurde gesät Grassamen,
jetzt sind sie angewachsen zu großen „Palmen“.
„Unser Dorf soll schöner werden“
Parkplätze wurden vernichtet,
dafür hat sich nun das Unkraut verdichtet.

Hässliche Poller verhindern das Parken,
so können wir fröhlich durch das Unkraut waten.
Wer soll das pflegen, ist hier die Frage,
nur kann dir das Niemand sagen.

Die Fußwege, viel zu schmal, sind fest in Radlers Hand,
drücken die Fußgänger platt an die Wand.
Auch das Linksfahren ist ja so bequem,
was soll ich da noch die Straße neh`m.

Sie fahren einen über den Haufen,
mit der Bemerkung „Was musste denn hier laufen?“
Die Radler denken, die Fußwege sind für sie gemacht,
durch flinkes, rücksichtsloses Fahren zeigen sie ihre Macht.

„ Unser Dorf soll schöner werden!“

Ich bitte Sie nun um eine zeitnahe Stellungnahme.
Mit herzlichen Grüßen
Doris Rösch aus der Schützenstraße

Liebe Frau Rösch,

wenn es denn so einfach wäre, wie Sie es in Reimform geschildert haben, dann könnte ich wirklich herzhaft darüber schmunzeln. Leider ist es aber nicht so und das möchte ich Ihnen gern in den folgenden Punkten erläutern:

  1. Nicht ich sondern der Gemeinderat entscheidet über die Baumaßnahmen in unserer Gemeinde, sowohl was Art und Umfang angeht. Ich habe dabei eine Stimme von insgesamt einunddreißig.
     
  2. Es wurden keine Parkplätze vernichtet, denn die Grünstreifen, auf denen immer geparkt wurde, sind noch nie Parkplätze gewesen. Damals wie heute dienen die Grünstreifen zur Aufnahme des Oberflächenwassers. Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, welche Seenlandschaften wir oftmals hatten, weil durch die festgefahrenen Grünstreifen kein Wasser mehr aufgenommen werden konnte.
    Wir hätten natürlich in die Straße einen Regenwasserkanal einbauen können, doch das hätte die Kosten circa verdoppelt. Hätten das die Bürger bezahlen wollen bzw. hingenommen, dass wir mit dem eingenommenen Geld durch die Erhöhung der Grundsteuer nur die Hälfte an Straßensanierungen schaffen? Ich glaube nicht. Es war ausdrücklicher Wunsch der Anwohner in der Schützenstraße, dass möglichst viele Bäume dort erhalten bleiben sollen. Diesem Wunsch sind wir nachgekommen und darum konnten auch seitlich keine Parkbuchten eingebaut werden. Dies ist aber auch gar nicht nötig, denn es ist laut Straßenverkehrsordnung ausdrücklich erlaubt und gewünscht (z. B. zur Verkehrsberuhigung), dass auf der Straße geparkt wird.
     
  3. Die Poller brauchen wir leider, da es auch in der Schützenstraße Menschen gibt, deren Dreistigkeit kaum zu überbieten ist. Schon wenige Tage, nachdem die Straße für den Verkehr freigegeben war, standen parkende Autos in den Seitenräumen, die extra vertieft waren, und verdichteten das Erdreich. Und ich würde es nicht glauben, wenn ich es nicht selbst gesehen hätte, nachdem die ersten Poller gesetzt waren wurde über den Gehweg gefahren und sich hinter die Poller gestellt. Leider kann man solchen Menschen nur damit beikommen und die Seitenräume schützen, indem man alle möglichen Wege durch Poller abriegelt.
     
  4. Wer soll das pflegen? Es wäre wünschenswert, wenn sich die jeweiligen Anwohner dazu berufen fühlten, das kleine Stück Grünstreifen vor ihrer Haustür mal zu mähen. Mehr ist es ja nicht und in den meisten Winser Straßen klappt das ganz gut. Der gemeindliche Bauhof hat die nötigen Kapazitäten jedenfalls nicht, denn wenn wir die Grünstreifenpflege in einer Straße anfangen, dann können wir sie demnächst überall machen. Natürlich könnten wir aus Steuermitteln finanziert die Bauhofkolonne verdoppeln, aber muss das sein und wollen die Bürger das wirklich bezahlen? Ich habe bisher die Winser (damit sind auch alle Ortsteile gemeint) durchaus so kennengelernt, dass sie auch dazu bereit sind, sich für ihren Bereich verantwortlich zu fühlen und sich auch nicht zu fein sind, mit anzupacken.
     
  5. Die Fußwege hätten natürlich doppelt so breit sein können, doch dafür hätten die Bäume weichen müssen. Mein Wille war das nicht, der Rat hat sich auch für die Bäume ausgesprochen und die Anwohner ebenso. Müssten also alle zufrieden sein. Wenn sich nun Fahrradfahrer, die älter als ca. 10 Jahre sind, auf dem Gehweg bewegen, was laut Straßenverkehrsordnung verboten ist, dann ist das leider der immer mehr um sich greifende Egoismus einzelner Menschen, den auch die Gemeinde nicht beeinflussen kann. Den fließenden Verkehr (und dazu gehören auch Fahrräder auf Gehwegen) dürfen wir nicht ahnden, dafür sind Polizei und Landkreis zuständig.

Liebe Frau Rösch, auch ich bin sehr für ein schönes Dorf, aber leider ist das heutzutage nur mit gewissen "Sicherheitsvorkehrungen" möglich. Und zum Schluss antworte ich auch noch mit einem kleinen Reim aus Sicht eines Bürgermeisters:

„Es recht zu machen jedermann, ist eine Kunst, die niemand kann!“

Mit den besten Grüßen,
Dirk Oelmann